Auch ich habe Tannöd, nachdem der ursprüngliche Hype irgendwie an mir vorbeigegangen ist, jetzt gelesen und muss sagen… Joa! Als ich dann auch noch hörte, dass der Film jetzt in die Kinos kommt, wusste ich, dass es kein allzu großer Fehler war das Erstlingswerk von Andrea Maria Schenkel zu kaufen, vor allem, weil ich es als Mängelexemplar für ca. 3 Euronen bekommen habe.

Tannöd

Mein erstes Gefühl war: “Was soll das denn?”, mein zweites: “Irgendwie anders als das, was du bis jetzt gelesen hast…”. Und viel davon abgerückt bin ich während des ganzen Buches auch nicht.

Das Buch ist mehr oder minder eine Aneinanderreihung von “Augenzeugen”, Bekannten und Nachbarn der Opfer. Eingestreut werden oft kleinere Kapitel aus Sicht des Täters. Über das Buch verteilt wird so die Handlung immer dichter gestrickt, bis man zum Schluss dann den Täter entlarvt. Das heisst, wenn man nicht schon selbst ab der Hälfte des Buches einen mehr als starken Verdacht hatte.

Dem Erzählstil kann ich persönlich nicht so viel abgewinnen, trotzdem ist die Handlung spannend und lädt durch die kurzen Kapitel auch nachts noch zum “eins geht noch” ein. Dabei sind gerade die Schilderungen der Lebensumstände auf dem Hof der Danners gut gelungen. Sie erzeugen einen gewissen Gruseleffekt (Hof weit ausserhalb des Dorfes, Vater missbraucht seine Familie und Mägde usw.), obwohl sie relativ nüchtern erzählt werden.

Mir hat das Buch teilweise gefallen, teilweise aber auch nicht. Es war nicht so herausragend wie von der Presse und den Kritikern verkündet, jedoch bereuhe ich es auch nicht es gelesen zu haben. Alles in Allem guter Durchschnitt mit – ich sag’ mal – “interessanter” Erzählweise.

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